Retrievergebrauchsprüfung Oktober 2013

Am Ende war alles gut….

…aber das sah zu Beginn meiner Planungen erst einmal ganz anders aus!  Meine Freude war groß, als ich Hans-Georg Keimer  als Prüfungsleiter gewinnen konnte  . Keine zwei Wochen später kam die Nachricht über seinen schweren Reitunfall; es bestand Anlass zu größter Sorge, ob er überhaupt wieder gesund würde. Soll ich vorsorglich schon einmal einen anderen Richter um die Übernahme der Prüfungsleitung für unsere RGP bitten? Bange Tage und Wochen folgten. Nein, ich wollte erst abwarten und sollte es nicht möglich sein, dass Hans-Georg bei uns richtet, würde ich diese Prüfung absagen. Alle, die Hans-Georg Keimer kennen und die Sorgen um seine Gesundheit geteilt haben, wissen um das große Glück, dass er sich tatsächlich wieder erholt hat und so war es für mich die schönste Nachricht, als er mich viele Wochen später anrief, um mit mir die weiteren Planungen für unsere Prüfung zu besprechen. Was sollte jetzt noch schief gehen? Und es ging doch noch was schief, denn plötzlich standen wir ohne Revier da und in Schleswig-Holstein so auf die Schnelle ein neues zu finden, ist sehr, sehr schwer.  Also hieß es , allen Teilnehmern eine traurige Mail zu schreiben mit der Botschaft, dass die Prüfung nun doch abgesagt werden muss. „Also am Revier soll die Durchführung doch nicht scheitern…“, ich traute meinen Ohren nicht, als eine der gemeldeten Teilnehmerinnen mir am Telefon das Angebot machte, die Prüfung kurzerhand in ein anderes Revier und damit in ein anderes Bundesland (Niedersachsen anstelle Schleswig-Holstein) zu verlegen. Nun mussten natürlich einige Formalitäten geregelt werden, aber Jan-Peter Stephan als LG-Vorsitzender gab uns „grünes Licht“. Also Kommando zurück und alles neu planen. Der Jubel bei den gemeldeten Hundeführern war groß und wir freuten uns alle auf das Wochenende. Allerdings gibt es noch ein paar weitere Nachrichten, die ein Sonderleiter drei Tage vor einer Prüfung nicht hören möchte, als da wären „Temperatursturz“, „Starkregenfälle“, „Sturm der Stärke 8-9“. Mein Gott ,Petrus, hast du denn gar kein Herz für unsere Retriever, dachte ich und sprach unserem Verbandsrichter Klaus Dettmann und meinem Mann Carsten Mut zu, die bereits am Freitag sieben Schweißfährten (sechs gemeldete Hunde plus Ersatzfährte) zu legen hatten. Und tatsächlich trafen die Wettervorhersagen ziemlich exakt zu, bereits am frühen Abend begann es zu regnen und über den ersten Prüfungstag hinweg hatten wir die Wahl zwischen Niesel-, Stark-, Land-,regen. Nach Auslosung der Reihenfolge begann der Tag mit der Arbeit der Übernachtfährten. Nun wisse er auch, warum diese Arbeit Schweißarbeit heißt, kommentierte Michael Fischer seinen Weg mit seiner Hündin durch das Unterholz und nicht nur das schlechte Wetter machte es für alle Hunde schwer, zum Stück zu kommen. Leider hatte gleich der zweite Hund kein Suchenglück und musste aus der Prüfung ausscheiden. Das trübte natürlich die gesamte Stimmung bei den Teilnehmern und so waren alle anderen Gespanne heilfroh, es am Ende geschafft zu haben.
Es ging weiter mit der Wasserarbeit und auch wenn es der eine oder andere Hund beim Stöbern im Schilf ohne Ente ziemlich spannend gemacht hat, konnten alle in der Prüfung verbliebenen Hunde eine gute Arbeit abliefern. Nun konnten sich alle erst einmal ausruhen und stärken und was dann in unserem „Versorgungswagen“ zum Vorschein kam, übertraf alles bisher dagewesene: Selbst wenn alle die Prüfung nicht bestehen würden, allein das Mittagsbuffet wäre die Reise wert gewesen, bemerkte ein Teilnehmer – na, das will ja wohl was heißen! Als krönenden Abschluss unserer Pause wurde von Alexandra auch noch ein Schokoladenkuchen kredenzt, der seines Gleichen sucht (das Rezept bekommen alle auf Nachfrage von mir). Es war so eine gute Stimmung, so eine freundschaftliche Atmosphäre, wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe und weil es trotz des grauen Wetters noch recht hell war, konnten an diesem Tag auch noch die Waldfächer, Buschieren und die Gehorsamsübungen in Angriff genommen werden. Alle Hunde meisterten diese Arbeiten mit Bravour.
Beim gemeinsamen Abendessen wurde viel erzählt und gelacht, es macht viel Freude, mit Gleichgesinnten zusammenzusitzen und der Mittelpunkt dieses Abends war natürlich Hans-Georg Keimer, der es ebenso wie wir alle genossen hat, wieder dabei sein zu können.

Am nächsten Morgen gab es Sonnenschein, welch ein Wunder und die Korona zog wieder ins Revier. Diesmal startete der Prüfungstag mit den Schleppenarbeiten und dem Einweisen,  die alle Hunde mit großer Freude gearbeitet haben. Leider wurde die Freie Verlorensuche einer Hündin dann doch noch zum Verhängnis, da sie sich über die lt. PO zulässige Zeit hinaus entfernte und auch auf Pfiff nicht in der entsprechenden Zeit zurückkam.

Am Ende dieses ereignisreichen Wochenendes bleibt festzustellen, dass die RGP zu Recht als Meisterprüfung gehandelt wird und von unseren Hunden und auch den Hundeführern eine Menge Können und Erfahrung  abverlangt. Für mich als Sonderleiter wird diese Prüfung immer als eine besondere in meiner Erinnerung bleiben und das nicht nur wegen der außerordentlichen Atmosphäre und der Erkenntnis, dass es in unserem DRC doch noch eine Menge netter Menschen gibt, die nicht nur an sich selber, sondern auch an die anderen denken. Bedanken möchte ich mich bei den Mitorganisatoren, dem Revierführer, den Bläsern, die auch im strömenden Regen ihr Bestes gegeben haben und auch bei Ingrid Stahlke und Klaus Dettmann, die als faire Mitrichter immer an das Wohl der Hunde gedacht haben . Aber das wirklich Besondere an dieser Prüfung bleibt die Tatsache, dass wir Hans-Georg Keimer als Prüfungsleiter haben durften, das ist und bleibt das eigentliche Geschenk!
Wie heißt es so schön: Am Ende ist alles gut und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende.

Eure Sonderleiterin Veronika Hofterheide